Gefahr: Zwei bis drei Millionen Deutsche haben einen erhöhten Augeninnendruck

Sofort zum Arzt:

Plötzliche Schläfenkopfschmerzen, ein rotes Auge und Sehstörungen (wie Nebel) sind Zeichen eines gefährlichen akuten Glaukomanfalls. Größer werdende schwarze Flecken im Gesichtsfeld sind Folge des chronischen grünen Stars.

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Tonometrie

Methode: Der Augenarzt betäubt das Auge zunächst mit Tropfen, dann wird ein Messfühler auf die Hornhaut aufgesetzt und der Druck bestimmt. Bei erhöhtem Druck schließen sich weitere Tests wie die Netzhautspiegelung mit Vermessung der Sehnervenscheibe an. Denn erst wenn beginnende Schäden am Sehnerv zu erkennen sind, muss auch behandelt werden.

Treffsicherheit: Die Tonometrie misst den Augeninnendruck sehr zuverlässig. Der normale Druck liegt unter 21 mmHg.

Risiken: Die Untersuchung ist schmerzlos und ohne Verletzungsrisiko.

Bewertung: Für Männer ab 45 ist die Augendruckmessung einmal pro Jahr empfehlenswert, da die Untersuchung risikolos ist und wirksame Therapien zur Verfügung stehen, die vor Erblindung schützen können. Die erste Messung erfolgt meist bei der Anpassung der ersten Lesebrille.

By FOCUS

Und ohne Brille? (Zeitung „Germania Plus“, Nr.119)

Presbyopie (Alterssichtigkeit)

Unterhaltung mit dem Ophthalmologen Dr.Med. Dashevsky

Journalistin:          Wann fängt Alterssichtigkeit an?

Augenchirurg:          Presbyopie ist bekannt als „Krankheit kurzer Arme“. Mit dem Alter verliert die natürliche Augenlinse an Elastizität und ist so nicht mehr in der Lage Abstände zu fokussieren. Zum Vergleich: Die, die in ihren Jugendjahren keine Brille tragen, können in einem Abstand von 12cm lesen oder einen Faden in die Nadel einfädeln. Aber ein Mensch im Alter von 60Jahren kann das Gleiche etwa in 60cm Entfernung von der Nase tun. Das ist das Schicksal aller Menschen dieses Planeten und man kann nicht davon weglaufen. Die Presbyopie beginnt in einem Alter von 40 Jahren und breitet sich von da an immer mehr aus.

Алексей Дашевский. Фото: А. Иванов

Die Mehrheit der Menschen mit normaler Sehstärke beginnt um das 40.Lebenjahr herum, Schwierigkeiten beim Lesen von kleingedruckten Texten zu bemerken. Die Schrift erscheint kontrastlos und verschwimmt. Die Augen ermüden schnell. Anfangs hilft den meisten Menschen ein Weghalten des Textes auf einen ferneren Augenabstand. Doch schon bald stellt sich heraus, dass man ohne Brille (normaler oder bifokaler) kaum auskommt. Dieser Prozess kann bis in ein Alter von 60-75 Jahren anhalten, was sich an einer immer höheren positiven Dioptrie der Brille zeigt. Bei manchen Menschen mit verborgener Weitsichtigkeit verschlechtert sich die Sehstärke nach dem 40.Lebensjahr immer mehr. In diesem Fall kann eine Laser- oder chirurgische Korrektur nötig sein. Nur Menschen mit einer schwachen oder mittleren Kurzsichtigkeit bemerken die Auswirkungen der Presbyopie nicht, da sie in der Nähe ja gut sehen.

Journalistin:  Kann man diesen Prozess heilen oder wenigstens verlangsamen?

Augenchirurg:     Ja, derzeit gibt es zwei Methoden zur Korrektur der Presbyopie: Die Brille oder eine chirurgische Lösung. Die Letztere schließt viele Möglichkeiten ein, unter denen der Patient wählen kann:

Variante 1: 

 Multifokale Kunstlinse. Das ist übrigens für Menschen mit einer Katarakterkrankung die optimale Variante zur Sehkorrektur – sowohl in der Ferne als auch in der Nähe. Man kann den Katarakt entfernen und durch eine Linse ersetzen, die die Funktion einer bifokalen Brille erfüllt: der Mensch sieht in der Ferne und in der Nähe.

Journalistin:  Wenn man aber keinen Katarakt hat, jedoch Anzeichen der Presbyopie?

Augenchirurg:      In diesem Fall ist Variante 1 auch eine Lösung des Problems. Wir ersetzen die ursprüngliche Linse, welche ihre Elastizität verloren hat, durch eine Künstliche, eine sogenannte multifokale Linse. Das ist eine Erfindung der letzten fünf Jahre. Die Linse hat eine mehrschichtige, ringförmige Geometrie, bei der die Ringe abwechselnd entweder die Weite oder die Nähe fokussieren.

Variante 2:

In das Auge, das nicht das „Führende“ ist (führend ist das Auge, an das man z.B. das Objektiv eines Fotoapparates ansetzt)  wird ein mikroskopisches (mit  einem Durchmesser von 3mm und einer Dicke von 50µm) Diaphragma implantiert, welches einem die Möglichkeit ohne Brille lesen zu können gibt.

Variante 3:

Dank neuer, moderner Laser, kann man ein Auge auf die Arbeit in der          Nähe und das andere (das Führende) auf das ferne Sehen „einstellen“.

Variante 4:

Heutzutage gibt es Entwicklungen, die mit Hilfe des   Femtosekundenlasers die Elastizität der Augenlinse wiederherstellen wollen und so  den Patienten vom „Lesen mit Brille“ befreien sollen. Aber diese Methode befindet sich noch in der Ausarbeitung.

Journalistin:   Wie bemerkt man Presbyopie?

Augenchirurg: Wenn man Probleme beim Lesen feststellt, sollte man sich an einen Augenarzt wenden. Dieser kann Sie dann beraten, wie man Ihr Sehen verbessern kann.

Und ohne Brille? (Zeitung „Germania Plus“, Nr.119)

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