Münchner Merkur. 17.02.2010. Operation bei fehlender Iris

Die Tägliche Medizin

Heute: Operation bei fehlender Iris

Sie verengt oder weitet sich wie die Blende einer Kamera und regelt so, wie viel Licht in das Auge fällt: die Regenbogenhaut. Bei Herbert D. (Name geändert) war dort, wo im Auge normalerweise die farbige Iris sitzt, nur das Dunkel der Pupille. Seit seiner Kindheit litt der heute 62-Jährige unter einer so genannten Aniridie, einem angeborenen Fehlen der Regenbogenhaut. Wenn Licht ungefiltert in seine Augen fiel, blendete es. Doch mit den Jahren verschlimmerte sich die Erkrankung noch. Wie viele Aniridie-Patienten erkrankte der Münchner an grauem Star und gleichzeitig an Hornhauttrübung. Seine Linsen und seine Hornhäute wurden immer trüber. Zuletzt war Herbert D. fast blind, konnte nur noch Hell und Dunkel unterscheiden. Nur wenn sich etwas bewegte, nahm er das schemenhaft wahr. „Ich traute mich kaum mehr aus dem Haus“, erzählt er. Kein Arzt konnte ihm helfen.

Drei Eingriffe

Wenn Herbert D. heute in die Münchner Praxis von Dr.Med. Alexey Dashevsky kommt, braucht er keine Begleitung und keinen Blindenstock. Denn auf seinem linken Auge ist das Sehvermögen wieder deutlich besser – entgegen der Prognosen vieler Ärzte. Denn Dr.Med. Dashevsky bot seinem Patienten eine ungewöhnliche Operation an: In nur einem Eingriff entfernte der Facharzt für Augenheilkunde seinem Patienten die getrübte Linse. „Die war wie ein Stein“, sagt Dashevsky. Dann ersetzte er sie durch eine Kunstlinse. Hinzu kam eine künstliche Regenbogenhaut, die das Au¬ge vor dem blendenden Licht schützt. Der Einsatz einer solchen Iris-Prothese ist eine relativ neue Methode, um Aniridie-Kranken oder Patienten mit Re¬genbogenhaut-Verletzun¬gen zu helfen. Zwar kann sich die Prothese nicht an die Helligkeit anpassen. Doch verhindert die künstliche Iris, dass ständig zu viel Licht in die Pupille fällt. Zusätzlich trans-plantierte der Münchner Augenarzt seinem Patienten in einem dritten Schritt eine Hornhaut.

Neues Leben

Der Eingriff war ein Erfolg. Bereits am OP-Tisch blickt Herbert D. durch sein neues Auge – und sieht die Welt, wie er sie jahrelang nicht mehr gesehen hatte. Er kann wieder alleine in die Stadt gehen, Ausflüge machen – ohne dass das Licht der Sonne für ihn nur ein grell blendendes Leuchten ist. „Es ist wie ein neues Leben“, sagt er. Bald will Herbert D. auch sein anderes Auge operieren lassen. Dashevsky rät Patienten indessen dazu, bei der Suche nach der richtigen Behandlung nicht zu schnell aufzugeben. „In der Augenheilkunde gibt es ständig neue Methoden.“
sog

Setzt auch auf neue Methoden: Augenarzt Dr.Med. Alexey Dashevsky. fkn