Glaukomchirurgie – Grüner Star-Operationen

Die neue nicht-penetrierende Glaukom-Chirurgie-Technik.

Die neue nicht-penetrierende Glaukom-Chirurgie-Technik.

Die Glaukomchirurgie beinhaltet Operationen, die einen zu hohen Augeninnendruck dauerhaft senken sollen. Dies kann beispielsweise nötig sein, wenn ein Grüner Star (Glaukom) festgestellt wurde.

Wir wenden in der Glaukomchirurgie eine eigens entwickelte Technik mit speziell dafür angefertigten chirurgischen Instrumenten an, die zu deutlich weniger Komplikationen führt als herkömmliche Methoden und eine gute und dauerhafte Drucksenkung bietet. Bei der Operation kommt ein mikroinvasives, nicht perforierendes Verfahren zum Einsatz, welches das Auge nur minimal beeinträchtigt. Da das Auge nicht perforiert wird, wird so der Heilungsverlauf günstig beeinflusst.

 

 

Trabekulektomie schichtweise in Ostien des Schlemm’schen Kanals – die neue nicht-penetrierende Glaukom-Chirurgie-Technik

von Dr. med. A. Dashevsky und K. Kotliar

Klinische Monatsblätter für Augenheilkunde

Klinische Monatsblätter für Augenheilkunde 2006, 223 Suppl. 2

Ziel: Mit dem Ziel, den ausgeprägten stabilen hypotensiven Effekt bei der nicht-penetrierenden Glaukomchirurgie zu erreichen, wurde die neue Chirurgietechnik entwickelt, die die Filtrationszone erweitert und dabei die natürliche Kammerwasserabflusswege maximal erhält.

Methode: 14 Augen von 10 Patienten (IOD: 28,4±3,8 mmHg; Alter: 70,3±5,4 Jahre) wurden mit der folgenden verbesserten nicht-penetrierenden Glaukomchirurgietechnik operiert. Nach dem für nicht perforierende Chirurgie gewöhnlichen Ausschneiden der Konjunktiva und des äußeren korneoskleralen Lappens, wird die sorgfältige tiefe Separation des inneren skleralen Lappens durchgeführt. Dann wird die Resektion der äußeren Wand des Schlemm’schen Kanals (SK) auf die mäßige Tiefe und Länge gemacht. Zwei Schichten des Trabekelmaschinwerks: juxtakanalikuläre und korneosklerale werden im Bereich des offenen SK mittels trabekulären Spatel (Fa. Geuder, G-16240) bei allen Patienten entfernt. Eine spezielle Harpune-Kanüle (Fa. Geuder, G-S02199) wird zwischen oben liegenden juxtakanalikulären und korneoskleralen Schichten und dem unten liegenden gut-durchlässigen uvealen Schicht in beiden Ostien des SK eingeführt. Während der Einführung wird der Viskoelastik durch die Kanüle durchinjiziert. Somit wird die Erweiterung des SK erreicht, und gleichzeitig wird eine durchlässige Trabekelwerkschicht von zwei weniger durchlässigen anderen Schichten innerhalb SK-Ostien von einander separiert. Anschließend wird die Kanüle aus den Ostien zurückgezogen. Durch die Harpune-Ausrichtung der Kanüle werden zwei weniger durchlässige Trabekelwerkschichten in SK-Ostien entfernt. Die uveale Schicht bleibt intakt. Auf solche Weise wird die Filtrationszone durch natürliche Kammerwasserabflusswege erweitert und die Prinzipien der nicht-perforierenden Glaukomchirurgie werden nicht gebrochen.

Ergebnisse: Postoperativer IOD von 13,1±2,3 mmHg wurde in einem Jahr nach der Chirurgie in der untersuchten Gruppe von Glaukompatienten festgestellt. Bei allen Patienten war hypotensiver Effekt absolut (ohne Medikamenten). In 5 (36%) Augen erscheinte Hyphema während der Chirurgie. 2-3 Tagen nach der Operation löste die sich in allen Fällen auf.

Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse unserer Studie zeigen einen ausgeprägten und dauerhaften Effekt der neuen Technik der nicht-penetrierenden Glaukomchirurgie und weisen darauf hin, dass diese Technik bei dem therapieresistenten chronischen Offenwinkelglaukom erfolgreich angewendet werden kann.

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