Rekonstruktive Augenchirurgie

Die rekonstruktive Chirurgie beinhaltet Operationen, welche sich auf die Wiederherstellung anatomischer und optischer Augenstrukturen nach einem Traumata oder infolge  degenerativer (dystrophischer) Veränderungen spezialisieren, z. B. Keratokonus.

Rekonstruktive Augenchirugie München

 

Dazu zählen:

  • Keratokonus-Behandlungen
  • Hornhauttransplantation
  • Implantation künstlicher Regenbogenhaut
  • Rekonstruktive Plastik beschädigter Augenstrukturen
  • Implantation von Kunstlinsen

Keratokonus-Behandlungen

Keratokonus ist eine Hornhauterkrankung, die zur Ausdünnung und der meist kugelförmigen Verformung der Hornhaut führt. Ein Keratokonus betrifft in der Regel beide Augen und tritt meistens zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr auf. Männer sind dabei doppelt so oft betroffen wie Frauen. Die Ursachen für das Entstehen eines Keratokonus sind bisher nicht genau bekannt.

Meistens wird ein Keratokonus erst dann diagnostiziert, wenn der Patient eine langsame Verschlechterung des Sehvermögens bemerkt und aufgrund dessen sich beim Optiker oder beim Augenarzt zur Visusprüfung vorstellt.

Wie wird ein Keratokonus behandelt ?

  • Im Anfangsstadium, wenn der Keratokonus noch gering ausgeprägt ist, kann er durch die Brille oder formstabile Kontaktlinsen ausgeglichen werden;
  • Beim Fortschreiten der Krankheit sollte rechtzeitig eine Behandlung, ein sogenanntes Crosslinking erfolgen, dass dies aufhalten kann;
  • Beim schweren Keratokonus kann sogar eine Hornhauttransplantation durchgeführt werden. Diese Methode wird aber erst dann angewendet, wenn alle anderen Mitteln versagt haben und Keratokonus weiter fortschreitet.

Sowohl Crosslinking als auch eine Hornhauttransplantation werden von uns durchgeführt.

Was ist ein Crosslinking und wie wird diese Behandlung durchgeführt?

Crosslinking, anders auch noch Kollagenvernetzung oder Quervernetzung genannt, wird seit dem Jahr 1988 in der Augenheilkunde verwendet. Dabei wird durch die Erhöhung des Vernetzungsgrades des Kollagens die mechanische Stabilität der Hornhaut verbessert. Dazu wird ein Vitamin B2 (Riboflavin) verwendet, das mit einer UV-A- Lichtquelle (ultraviolettes Licht) beleuchtet wird. Dadurch kommt es zur Ausbildung von Brückenbindungen zwischen Kollagenfasern der Hornhaut, die schließlich zur verbesserten mechanischen Stabilität der Hornhaut führen und somit das Fortschreiten der Hornhautverformung verhindern.

Neben dem klassischen Verfahren, bei dem im ersten Schritt die obere Hornhautschicht abgetragen wird, findet heutzutage mehr und mehr Anwendung ein moderneres Verfahren, das ohne Entfernung der oberen Hornhautschicht durchgeführt wird – ein „transepitheliales Crosslinking“. Dies ist eine schonende Methode und ist mit deutlich weniger postoperativen Risiken, wie Hornhautschwellung oder – vernarbung verbunden. Laut wissenschaftlichen Studien ist der Effekt beider Verfahren gut vergleichbar.

Gabe von Riboflavin-Tropfen unter UV-A-Lichtquelle

Gabe von Riboflavin-Tropfen unter UV-A-Lichtquelle

In unserer Praxis wird dieses schonende Verfahren – „transepitheliales Crosslinking“ angewendet. Es ist ein ambulanter schmerzfreier Eingriff und dauert insgesamt ca. 45 Minuten. Der Patient liegt auf einer Liege auf dem Rücken, die Betäubung erfolgt lokal mittels Augentropfen. Die Hornhaut wird durch die häufigere Gabe von Riboflavin Augentropfen aufgesättigt und anschließend mit einer UV-A-Lichtquelle beleuchtet. Nach der Behandlung wird zum Schutz eine therapeutische Contactlinse auf die Hornhaut aufgesetzt, die in der Regel am nächsten Tag bei der Kontrolle entfernt wird.

Hornhauttransplantation

Die Hornhauttransplantation (Keratoplastik) ist ein bewährtes Verfahren, das beim schweren Keratokonus, Hornhauttrübungen nach Infektionen mit z.B. Viren, Narben nach den Augenverletzungen oder einem Hornhautgeschwür durchgeführt wird. Dabei wird das kranke Gewebe (Hornhaut) durch ein gesundes Gewebe eines Spenders ersetzt. Die erste Hornhauttransplantation erfolgte schon im Jahr 1905.

Es gibt verschiedene Arten der Hornhauttransplantation:

  • perforierende Keratoplastik: hier wird die ganze Hornhaut (5 Schichten) durch ein gesundes Transplantat ersetzt, dies ist für Patienten geeignet, bei denen alle Anteile der Hornhaut erkrankt sind;
  • lamelläre Keratoplastik: bei diesem Verfahren erfolgt die Transplantation einzelner Hornhautschichten.
Hornhaut-Transplantat

Hornhaut-Transplantat

Unsere Praxis bietet die Durchführung der perforierenden Keratoplastik an, die heutzutage mittlerweile zu den routinemäßigen operativen Eingriffen zählt und zur Verbesserung des Sehvermögens bei verschiedenen Erkrankungen der Hornhaut führt. Sie ist mit ca. 4000 bis 5000 Operationen pro Jahr in Deutschland die häufigste Gewebetransplantation beim Menschen überhaupt. Dieser operative Eingriff dauert etwa eine Stunde und erfolgt unter Vollnarkose. Der Patient bleibt 2 Tage stationär und wird täglich kontrolliert. Die Fäden, mit denen das Transplantat eingenäht wird, bestehen aus Nylon und sind viel dünner als ein Haar. Sie werden erst etwa nach einem Jahr entfernt.