Methoden des Augenlaserns

Prinzip des Augenlaserns

Die Sehschwäche gehört zu den modernen Volkskrankheiten unserer Zeit. Es ist ziemlich offensichtlich, dass sie fast jedem zweiten Menschen im Alltag Probleme bereitet. Besonders verbreitet sind Myopie (Kurzsichtigkeit) und Astigmatismus (Stabsichtigkeit oder Hornhautverkrümmung). Es ist durchaus wahrscheinlich, dass diese Sehschwächeepidemie durch unseren modernen Lebensstil beschleunigt wird – wir sitzen sehr viel in geringer Distanz vor einem oder sogar mehreren Monitoren, sodass das Auge verlernt weitere Entfernungen zu fokussieren.

Da Sie diese Zeilen nun auf der Webseite für Augenchirurgie in München lesen, sind Sie höchstwahrscheinlich auch von einer bestimmten Augenschwäche betroffen und möchten wissen, was Sie dagegen tun können.

Zunächst sollten Sie verstehen, welche prinzipiellen Möglichkeiten Ihnen zur Verfügung stehen.

Das Auge ist ein optisches System, das Bilder an die Netzhaut und anschließend an den Sehnerv leitet. Kein Auge gleicht exakt dem anderen – jeder Augenarzt könnte Ihnen lange die Komplexität und Besonderheiten des menschlichen Auges erläutern. Dennoch ist letztlich jedes Auge ein optisches System und als solches gut erforscht.

Das menschliche Auge ist ein Linsensystem mit einer Gesamtbrechkraft von ca. 60 Dioptrien. Die wichtigsten optischen Teile dieses Systems sind die Hornhaut, die Linse, das Kammerwasser und der Glaskörper. Durch gewisse Formänderung des Auges (besonders der Linse) wird es gewährleistet, dass wir nahe und ferne Objekte gut sehen können. Jedoch können schon  geringfügige Disjustierungen zu großen Problemen mit der Fokussierung führen, die sich auf die Schärfe unseres Sehvermögens auswirken.

Eine Kurzsichtigkeit (Myopie) ist z.B. ein Ergebnis davon, dass unser Linsensystem entfernte Gegenstände vor und nicht auf der Fovea centralis (Netzhaut) fokussiert. So entsteht ein unscharfes Bild am Sehnerv.

Die einfachste Lösung für dieses optische Problem ist die Brille. Vor dem Linsensystem „Auge“ wird einfach eine zusätzliche Linse gesetzt, die die Fokussierung korrigiert. Eine tolle und einfache Lösung, die schon seit Jahrhunderten genutzt wird.

Mit der technologischen Entwicklung wuchsen die Möglichkeiten und so wurde als weitere Lösung die Kontaktlinse entwickelt. Aus optischer Sicht ist es die gleiche Lösung wie bei der Brille, denn es wird eine zusätzliche Hilfslinse direkt an der Oberfläche des Auges positioniert. Die Kontaktlinse ist für viele Menschen eine Befreiung, da sie große Bewegungsfreiheiten zulässt und so beispielsweise beim Sport problemlos getragen werden kann. Dieser Vorteil kann gleichzeitig auch zum Nachteil werden, denn durch die Nähe am Auge und durch den Kontakt mit diesem können sich negative Effekte wie z.B. Reizungen, Trockenheit und Infektionen ergeben.

Brillen und Kontaktlinsen ergänzen das Auge durch äußere Linsen (Linsensysteme).

Mit der Entwicklung des Augenlaserns wurde der nächste logische Schritt gemacht: Mit Hilfe von computergesteuerten Laserstrahlen wird die oberste Schicht des Auges selbst angepasst. Das Lasern der Hornhaut ermöglicht dem Auge die Fokussierung wieder selbst vorzunehmen und die Sehschwäche ist behoben. Die Methode wird deswegen als Augenlaserkorrektur bezeichnet.

Die Hornhaut ist die erste natürliche Schicht des optischen Systems des Auges. Schon bei leichten Änderungen der Hornhautoberfläche  – oder genauer gesagt der Hornhautverkrümmung –  kann man die optischen Eigenschaften des Auges deutlich beeinflussen. Falls Sie noch mit der Schulphysik vertraut sind, dann können Sie sich die Gleichungen für ein schematisches Auge selbst schreiben und mit einem Computer modellieren, um zu erkennen, wie verschiedene Hornhautlinsen die Optik beeinflussen können. Ebenso geht der Augenchirurg letztlich bei einer Augenlaserdiagnostik vor: Die Basis bilden detaillierte Messdaten eines zur Laserkorrektur vorbereiteten Auges, während eine künstliche Intelligenz die Suche nach einer optischen und mathematischen Korrektur übernimmt. Der Augenchirurg prüft dabei, ob diese Optimierungen physiologisch optimal sind und übernimmt die Datenergebnisse für die nachfolgende Laseroperation.

Wie genau wird  nun die Hornhautverkrümmungen korrigiert? Dafür gibt es verschiedene Methoden, die aber letztlich alle eine Laserkorrektur sind. Das Prinzip aller Varianten des Augenlaserns bleibt gleich: Ein Excimer- oder ein Femto-Laser schickt nach einem vorher berechneten Schema mit genauen Koordinaten Impulse auf die Hornhaut. An diesen Stellen verdunsten Mikroteilchen der Hornhaut. Dadurch verändert sich die Oberfläche teilweise – allerdings nur im Mikrometerbereich. Diese mikroskopischen Änderungen erwirken aber große Veränderungen im optischen System des Auges und somit im Leben des Patienten.

Im Vergleich zu anderen Sehkorrekturen hat das Augenlasern einen riesigen Vorteil: Das optische System „Auge“ als solches ist jetzt wieder perfekt justiert und funktioniert wieder in einem geschlossenen System, wie es die Natur vorgesehen hat. Das Auge muss keine fremden Körper in sich oder an sich ertragen, externe Sehhilfen sind nicht mehr nötig und Brillen werden höchstens noch als modisches Accessoire und nicht mehr als ein optisches Hilfsgerät genutzt. Die Sehstärke ist bei 100% oder besser und das Besondere daran ist, dass Sie die neugewonnene Seheigenschaften bis ins Alter genießen können. Erst dann können Alterssichtigkeitserscheinungen entstehen, ein Schicksal, das leider jeden von uns früher oder später ereilt.

Das Augenlasern wird inzwischen seit ca. 30 Jahren praktiziert. Jedes Jahr werden hunderttausende Operationen durchgeführt. Die Erfolgsstatistiken sind dabei sehr hoch. Sie gehen also kein unbekanntes Risiko ein, vielmehr wird im Bereich des Augenlaserns intensiv an neuen Technologien und Möglichkeiten geforscht, sodass neue Methoden der Diagnostik das Augenlasern ständig weiterentwickeln und perfektionieren. Da beim Augenlasern im Mikrometer-Maßstab gearbeitet wird, spielen dabei künstliche Intelligenz und präzise Robotertechnik eine sehr große Rolle. Ein Großteil der Kosten für die Operation ist somit mit dem Einsatz teurer und hochmoderner Geräte verbunden.